Jobcenter ME-Aktiv

Sie sind hier: Home / Geldleistungen / Kosten der Unterkunft

Kosten der Unterkunft

Angemessene Unterkunftskosten

Die Unterkunftskosten sind angemessen, wenn die Bruttokaltmiete (Grundmiete und „kalte Nebenkosten“) und die Heizkosten angemessen sind.

 

Angemessene Bruttokaltmiete

Die Bruttokaltmiete ist die Summe aus der Kaltmiete und den kalten Nebenkosten. Die angemessenen Quadratmeter (qm) richten sich nach den „Wohnraumnutzungsbestimmungen“ des Landes NRW:

50 qm für eine Person15 qm für jede weitere Person.

 

Zusätzlicher Bedarf

Im Einzelfall kann ein zusätzlicher Raumbedarf festgestellt werden, z.B. wenn Kinder zeitweise der Bedarfsgemeinschaft angehören oder ein Mensch mit Behinderung mehr Platz benötigt, um sich in seiner Wohnung uneingeschränkt mit dem Rollstuhl bewegen zu können. Dieser Bedarf ist im Einzelfall zu prüfen.

 

Zuschlag für Bestandswohnungen

Für Wohnraum der angemietet wurde, bevor ein Antrag auf Leistungen nach dem SGB II gestellt wurde, erhöht sich die Angemessenheitsgrenze um 10% der angemessenen Kaltmiete. Es handelt sich um einen sogenannten Wohnraumsicherungszuschlag -  z.B. in Erkrath ist ein angemessener Kaltmietzins 5,50 €/qm +0,55 € Wohnraumsicherungszuschlag = 6,05 €/qm angemessene Bruttokaltmiete. Voraussetzung ist jedoch, dass zum Zeitpunkt der Anmietung die bevorstehende Hilfebedürftigkeit nicht absehbar war.

 

Angemessene Heizkosten

Die angemessenen Heizkosten orientieren sich an dem jeweils aktuellen Bundesheizkostenspiegel. Der Bundesheizkostenspiegel unterscheidet hinsichtlich des Energieträgers (Erdöl, Erdgas, Fernwärme und Sonstige/alle anderen) und der Fläche in Quadratmetern im Gebäude, die mit der Heizanlage versorgt werden. Die genaue Angemessenheitsgrenze kann erst nach Vorlage sämtlicher erforderlicher Unterlagen bestimmt werden.

 

Übersicht zu den angemessenen Unterkunftskosten:

Der Kreis Mettmann, als zuständiger Träger, hat für die Städte im Kreis jeweils angemessene Kaltmieten ermittelt. Die angemessenen kalten Nebenkosten werden anhand des aktuellen Betriebskostenspiegels für NRW ermittelt. Die Angaben beziehen sich auf Monatswerte.

Richtwerte Bruttokaltmiete (Grundmiete zzgl. kalte Nebenkosten)
(Preis/BG)

  1 2 3 4 5 Person(en)
Erkrath 434 € 526 € 626 € 730 € 834 €
Haan 414 € 530 € 620 € 730 € 834 €
Heiligenhaus 350 € 484 € 560 € 730 € 834 €
Hilden 443 € 574 € 680 € 815 € 927 €
Langenfeld 444 € 585 € 668 € 730 € 834 €
Mettmann 434 € 491 € 626 € 730 € 834 €
Monheim a.R. 445 € 561 € 610 € 867 € 927 €
Ratingen 482 € 584 € 648 € 811 € 927 €
Velbert 374 € 470 € 540 € 653 € 834 €
Wülfrath 390 € 473 € 563 € 656 € 750 €

 

Folgen unangemessener Kosten

Überschreiten Ihre Unterkunftskosten die als angemessen angesehenen Beträge, muss das Jobcenter Sie auffordern, diese Kosten durch geeignete Maßnahmen auf die anzuerkennenden Höchstwerte zu senken. Sehen Sie keine Möglichkeit zur Kostenreduzierung, wollen aber in der zu teuren (unangemessenen) Wohnung verbleiben, übernimmt das Jobcenter lediglich die angemessenen Kosten. Sie müssen dann die Differenz zwischen den angemessenen Höchstbeträgen und Ihrer tatsächlichen Miete selbst tragen..

 

Neben- und Heizkostenabrechnungen

Sie erhalten in der Regel einmal jährlich eine Nebenkostenabrechnung von Ihrem Vermieter. Sie sind verpflichtet, diese Abrechnung unverzüglich beim Jobcenter einzureichen. Das gleiche gilt für Nebenkosten/Heizkosten die gesondert mit dem Versorger (z.B.: den Stadtwerken) abgerechnet werden. Nachforderungen können übernommen werden, wenn die tatsächlich entstandenen Kosten höher waren, als die vom Jobcenter übernommenen Abschläge.

Guthaben mindern in der Regel den Abschlag des Folgemonats. Hat Ihnen der Vermieter Guthabenbeträge ausgezahlt, sind Sie verpflichtet, diese bitte unmittelbar Ihrer Leistungsabteilung mitzuteilen. Guthaben aus der Nebenkostenjahresabrechnung mindern den Bedarf an Unterkunftskosten im Folgemonat und werden mit Ihren Leistungen verrechnet.

 

Noch ein wichtiger Hinweis:

Umzüge
Wenn Sie umziehen möchten, sollten Sie vor Unterzeichnung des neuen Mietvertrages den Umzug mit dem Jobcenter abstimmen und sich eine Zusicherung der Angemessenheit der neuen Unterkunft einholen. Nur wenn der Umzug erforderlich und die neue Unterkunft angemessen ist, können die Kosten der neuen Unterkunft voll übernommen werden. Das Jobcenter benötigt zur Entscheidung ein unverbindliches Mietangebot über die gewünschte Unterkunft.

 

Die hier verlinkte Vermieterbescheinigung enthält alle notwendigen Angaben zur Entscheidung über die Angemessenheit der neuer Unterkunft. Sollten Sie oder der Vermieter dieses Formular nicht verwenden wollen, sprechen Sie uns bitte an, wenn Kosten direkt mit einem Versorger (z.B.: Stadtwerke oder RWE) abgerechnet werden, benötigen wir auch eine Bescheinigung von diesem über die Höhe der zukünftigen Abschläge.

Auch wenn Sie keine Umzugskosten geltend machen wollen, sind Sie verpflichtet, die Zustimmung des Jobcenters zum Umzug einzuholen. Diese Zustimmung ist nur möglich, wenn der von Ihnen angestrebte Umzug erforderlich ist sowie die Bruttokaltmiete und die Heizkosten für die neue Unterkunft angemessen sind. Ist der von Ihnen gewünschte Umzug nicht erforderlich und übersteigen die Kosten für die neue Wohnung die bisherigen, werden im Falle Ihres Umzuges nur Leistungen in der bisherigen Höhe erbracht.  

 

Besonderheiten für Personen unter 25 Jahren

Der Umzug eines unter 25-jährigen in eine eigene Wohnung ist nur in begründeten Ausnahmefällen nach Abstimmung mit dem Fallmanager und evtl. Rücksprache mit dem Allgemeinen Sozialen Dienst des Jugendamtes möglich.